…11. 8. 1999.
Mittwoch, 11. August 1999, der Tag der totalen Sonnenfinsternis in Österreich. In Salzburg ist es bewölkt, wir verlassen die Stadt und fahren in den Süden, nach Kärnten. Um etwa 12.25 Uhr kommen wir am Fratres, eine Anhöhe bei Spittal/Drau an. Es dämmert, die Innenstadt verdunkelt sich, wir hören das Geschrei einzelner Vögel. schreien. Durch die dünne Wolkendecke sind der Mond und die Sichel der Sonne gut zu sehen. Die Dämmerung wird intensiver und uns fröstelt. Um eine Uhr gehen wir zum Auto auf dem Parkplatz zurück, die Straßenlaternen haben sich eingeschaltet. Die Kinder freuen sich über das Ereignis, mehrere Menschen sind enttäuscht über die Bewölkung. Der Verlauf der Sonnenfinsternis entsprach nicht den Erwartungen, welche durch die spektakulären Berichte in den Medien angeheizt wurden. Seit Wochen gab es wilde Spekulationen über die Begleiterscheinungen bei der Sonnenfinsternis. Vom völligen verstummen der Vögel, vom Einschlafen der Natur. Es wurden Naturkatastrophen bis zum Weltuntergang prophezeit. Einzelne Sekten, unter anderem „Universelles Leben“ kündigten ein Weltgericht an. Am Abend erfahren wir in den Fernsehnachrichten, dass in Salzburg gerade zur Zeit der totalen Sonnenfinsternis der Himmel aufgeklart hat und alles gut zu beobachten war. Wir sind in die falsche Richtung gefahren, wir waren zur Zeit der Sonnenfinsternis am falschen Ort. Meine Enttäuschung darüber war groß.
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